Presse

Weinreise nach Öseterreich in die Wachau
Weinreise in den Luberon
Weinreise in den Luberon

29. März 2017

Das zweite Sechsgang-Weinmenü 2017 des Stadthallen-Restaurants “Löwenkrone”, Weinreise genannt, ging in ein weniger bekanntes kleines Anbaugebiet in Frankreich – in den Luberon. Gelegen zwischen dem Mont Ventoux im Norden und der Provence mit Aix en Provence im Süden hat man viel Sonne, aber trotzdem ein kühleres Klima, um vorzügliche Weine zu erzeugen.

Löwenkrone-Chef Ronny Hunsen setzte einmal mehr auf die Zusammenarbeit mit dem Weinbauingenieur und Weinhändler Philipp Bremer, der mit Francois Ballue, einem waschechten Franzosen, die Weine vorstellte. Ballue kam vor Jahren zur französischen Militärvertretung in Berlin, verliebte sich in eine Berlinerin, heiratete sie und lebt seit über 20 Jahren in Berlin. Er spricht korrektes Deutsch, aber zur Freude der mit über 200 Gästen wieder einmal ausverkauften Löwenkrone mit einem ausdruckstarken  französischen Akzent – höchst amüsant und charmant.

Als Vertriebsleiter der französischen Weinhandelsfirma Vinergie stellte er mit seiner selbstverständlichen Sachkunde den Apéritiv einen Crémant de Bourgogne Rosé vor, anschließend sieben  das Menü begleitende Weine. Sie kamen überwiegend von der Genossenschaft “Marrenon” und waren höchst gelungene Partner der fünf Speisegänge. Küchenchef Karl Heinz Böheim hatte sie französisch ausgerichtet - den Vorspeisenteller, die Lyoner Kartoffel-Lauchsuppe, Wolfsbarsch auf Ratatouille und Barbarie-Entenbrust an Cassisjus.

Ein “himlisches” warmes Schokoladentörtchen mit Kirschen wurde von einem edelsüßen Muscat de Beaume de Venise begleitet. Sie weckten das Bedauern bei den Weinreise-Begeisterten, dass sie auf die nächste Reise bis Oktober warten müssen.

Text und Fotos Hans Ochmann

Welt-Weinreise – ein schöner Jahresauftakt
Welt-Weinreise

15. Januar 2017

Für die “Weinreise” - das sechsgängige Weinmenü - hatten sich Ronny Hunsen, Chef des Braunschweiger Stadthallen-Restaurants „Löwenkrone“ und Philipp Bremer, der studierte Weinprofi aus Göttingen, mit der „Weltreise“ ein passendes Thema zum Beginn des Jahres ausgedacht.

Es kamen nicht nur die Weine aus aller Welt - von Neuseeland bis Kalifornien, auch die Speisen waren international ausgerichtet – von Asien bis Österreich. Die Vorspeise, Salat von Glasnudeln mit Hühnerbrust in Kokos gebacken, Mangodressing und Salatbukett, war eine begeisternd exotische Asien-Offenbarung. Kongenial dazu gleichsam aus der hintersten Ecke, aus Neuseeland, ein Sauvignon Blanc mit dem Namen 'Hole in the Water' geprägt von  außerordentlich starken Aromen. Der Name übersetzt: 'Loch im Wasser' bedeutet ein für den Weinbau günstiges, trockenes Gebiet, umgeben von Gebieten mit stärkeren Regenfällen.

Dann Südafrika! 'Dalgosch', ein dunkelbraunes passiertes Linsensüppchen, über das die Meinungen unterschiedlich waren, wo aber die Geschmacksnerven jubelten, wenn sie auf ein Stückchen Springbockschinken stießen. Begleitung war ein Rosé  von Südafrikas Rotweinspezialität 'Pinotage', schon ein 2016er, denn er war im dortigen Hochsommer vor einem Jahr gelesen.

Der erste Hauptgang, der Fisch-Gang, war dann französisch geprägt 'Crépinette von Seeteufel und Garnelen mit Noilly Prat-Sauce'. Klar, dass es dazu zwei Weißweine gab, die dem Gast das Urteil ermöglichten, welcher besser harmoniert – ein australischer Chardonnay 2015 'Oxford Landing' oder ein 2013er Sauvignon Blanc aus dem französischen Bergerac. Dieser war im Vergleich viel dezenter als der aus derselben Rebsorte gewonnene 'Hole in the Water'.

Den Übergang zum zweiten Hauptgang gestaltete traditionell das Sorbet, diesmal Eis von Schwarzer Johannisbeere mit einem Schuß Sekt. Ganz unabhängig vom  Brexit war der Fleischgang eine Huldigung an Großbritannien – 'Lammcarrée mit Kräuterjus, Bohnen und Rosmarinkartoffeln'. Köstlich, auch für den Berichterstatter, der lange Jahre Lamm scheute!

Dazu gab es zwei Rote, der erste ein schon gereifter 2010er Cabernet Sauvignon vom Deutschen Heinrich Vollmer, der vor Jahren in den Anden fast erfroren wäre. Damit seine indianischen Retter Arbeit fanden, gründete er in Argentinien ein Weingut. Der Wein harmonierte gut, wie auch der 2014er Twisted Zinfandel 'Old Vine' aus Kalifornien. Mit ihm war man nach dem zur Begrüßung gereichten Riesling-Sekt aus dem pfälzischen Deidesheim wieder zurück auf der Nordhalbkugel.

Auf dieser liegt auch Spanien. Für uns tiefer Süden, kam von dort ein süßer 'Sherry Cream Pemartin' von Federico Paternina, der keinen Zweifel zuließ, dass er zum 'Wiener Kaffeehaus Dessert', drei kleinen Mousse-Schnittchen, hervorragend paßte.

Einmal mehr – Dank von Ronny Hunsen und großer Applaus des wieder ausgebuchten Hauses für Küchenchef Karl-Heinz Böheim und seine Mannschaft, Restaurant-Leiterin Barbara Sieg mit ihrem Service-Team und – Philipp Bremer, der souverän und humorvoll durch die Probe führte. In den Pausen war er gefordert, mit der Kundschaft von 'Knigge', der Braunschweiger Niederlassung seines Hauses in der Schillstraße, Kontakte zu pflegen.

Text und Fotos Hans Ochmann

Weinreise „Toskana”
Weinreise „Toskana”

14. Oktober 2016

“Schön, dass die Sommerpause vorbei ist!”, dachten wohl viele Weinfreunde in Braunschweig und Umgebung. Denn die “Weinreise” im Stadthallen-Restaurant Löwenkrone war einmal mehr mit fast 200 Gästen total ausgebucht.

Diesmal war es die “Weinreise Toskana”, ein sechsgängiges Weinmenü mit acht Weinen des “Hauses Italienischer Qualitätsweine” in Braunschweig-Querum, das Harald L. Bremer 1975 gegründet hat. Heute hat man als Versandhaus rund 20.000 treue Kunden. Für Braunschweig und Umland gibt es in der Querumer Straße 26 einen Laden mit bestimmten Öffnungszeiten.

Tochter Brigitta Jünke-Bremer, die in der Firma mitarbeitet, verschob ihren Urlaub in der Toskana um einen Tag, um die acht das Menü begleitenden Weine fachkundig vorzustellen. Gleich eine Überraschung: Als Aperitiv wurde kein Spumante oder Prosecco gereicht, sondern ein hellroter trockener Lambrusco, der sich von den bekannten süßen Varianten dieses Namens wohltuend abhob.

Welches italienische Menü kommt schon ohne Antipasti aus? Hier gab es ihn als “Vorspeisen Variation” u. a. mit Parmaschinken, Mozzarella, Räucherlachs-Mousse und Bruschetta, begleitet von einem 2013 Chianti Colli Fiorentini, der zeigte, dass ein wohlschmeckender Chianti nicht viel kosten muss.

Zur Minestrone mit Parmesan und Pestostange dann die Steigerung mit einem 2011 Chianti Classico I Sodi mit Gallo Nero, dem Schwarzen Hahn um den Flaschenhals. Dazu die Erklärung: Die Grenze zwischen Florenz und Siena sollte von zwei Hähnen dort festgelegt werden, wo er hinläuft und als erster kräht. Klar, dass der schlecht gefütterte schwarze Hahn schneller und weiter lief als der gut gefütterte weiße und die Grenze deutlich näher an Siena rückte.

Zu den Gambas mit Knoblauch und Kräutern auf Tagliatelle dann zwei 2015er Weiße mit den schönen Namen Vernaccia di San Gimignano und Le Vele Verdicchio Castell di Jesi, ein fruchtiges Tröpfchen zum Schnäppchen-Preis.

Vor dem Hauptgang zur Entspannung ein “Sorbet von der Orange”. Dann ein wunderbarer Hirschrücken in Barolosauce, dazu gebratenen Kürbis, Selleriepürree und Rosmarinkartoffeln. Begleitet von einem edlen 2013 Vino Nobile di Montepulciano, der ursprünglich nur für den Adel gedacht war. Als alternativer Partner dazu wurde eingeschenkt ein 2013 Vetluna Riserva - nur gut halb so teuer. Er hatte eine frische Komponente, bestens zum Braten passend. Und es war der Wein eines Braunschweiger Winzers. Dieser ist Brigittas Bruder Bodo Bremer, der das familieneigene Weingut in der toskanischen Maremma leitet.

Zum Abschluss gab es den “Toskanischen Desserttraum”, der begleitet wurde von einem ganz außergewöhnlichen edelsüssen und gereiften 2004 Vinsanto di San Gimignano. Herzlichen Dank an Löwenkrone-Chef Ronny Hunsen, der diesen Hochgenuß einschenken ließ, der auf den Liter umgerechnet, für einen halben Hunderter zu haben ist. Bedenkt man, dass er aus getrockneten Trauben gekeltert ist und von ihm ca. 50 % bei der vier- bis sechsjährigen Fasslagerung unterm Dach  verdunsten, ist der Preis sehr günstig.

Am Ende begeisterter Applaus, auch beim Dank von Ronny Hunsen an seine Küchenmannschaft mit Chef Karl-Heinz Böheim und das von Barbara Sieg geleitete Service-Team – und dem Dank an “Reiseleiterin” Brigitta Jünke-Bremer, der von einem herrlichen Herbststrauß begleitet wurde.

Text und Fotos Hans Ochmann

Weinreise „Mallorca”
Weinreise „Mallorca”

05. Februar 2016

Man würde es nicht gleich vermuten, dass es auf Mallorca bekannt-berüchtigt durch extremen Massentourismus - ausgezeichnete Weine gibt. Philipp Bremer, Weinbauingenieur und Inhaber der traditionsreichen Göttinger Weinhandlung Bremer (mit Spirituosen- und Weingeschaft “Knigge” in Braunschweig) zeigte bei der “Weinreise Mallorca”, dem Sechsgang-Weinmenü in Braunschweigs Stadthallen-Restaurant “Löwenkrone” auf, dass es einen höchst respektablen Weinanbau auf der Insel gibt. Um die rund 200 Gäste in der wieder ausverkauften Löwenkrone höchst authentisch zu unterrichten, war Bremer im vergangenen Herbst auf die Insel gereist. Dort besuchte er Winzer, machte mit ihnen Wanderungen, verkostete ihre Weine und kaufte ein – auch das, was er als Essensbegleiter den Weinfreunden aus Braunschweig und Umgebung präsentieren wollte. Miteinem Cava als Aperitiv erinnerte Bremer daran, dass man einst vom katalonischen Barcelona auf die Insel übersetzte. Dann begleitete ein  ausdrucksvoller weißer Macabeu die Kartoffel-Tortilla mit Chorizo (Paprikawurst) und Tomaten-Artischockensalat. Zur Hühnerrahmsuppe mit Kichererbsen und Lauchstreifen gab es – ungewöhnlich – gleich zwei Weine – einen weißen Premsal und einen Rosé. Dass die Geschäcker verschieden sind, ergab Bremers Umfrage, welcher der drei Weine am besten gemundet hatte – Ergebnis: Je ein Drittel entschied sich für einen der Weine. Optisch und dann vom Geschmack ein Höhepunkt – die Paella mit Gambas, Muschelfleisch und Meerbarbe. Hier wagte es Probnesprecher Bremer ein leichten, sehr wohlschmeckenden Roten servieren zu lassen. Es war ein nicht jeden ganz befriedigendes Experiment. Jedenfalls träumte der Verfasser dieses Beitrags von den beiden zuvor verkosteten Weißen als Begleiter der Paella. Keine Zweifel gab es dann, dass zwei preislich beachtliche Rote – Dank sei Löwenkrone-Chef Ronny Hunsen, dass er die Preise akzeptiert hat – ideale Begleiter zu den Medaillons vom Schweinefilet mit Mandelkruste an Rotwein-Schalottenjus, Paprika, Zucchinegemüse und Kräuterkartoffeln waren. Sie zeigten nicht nur die Leistungsfähigkeit der Mallorca-Winzer, sondern auch, dass die Touristen bereit sind, etwas tiefer ins Portmonee zu greifen. Das Dessert war ein leichter Traum von einer Orangenmousse mit Feigenragout. Das problem, dazu den passenden wein zu finden, umging der geübte Proben-Experte mit einem Trick: Es gab den Angel d´Or Orangenlikör – aus Orangenschalen – mit Sekt. Verdienter großer Applaus der Gäste am Ende – unter ihnen auch Ex-Stadthallenchef Uwe Birker mit Gattin und Bezirksbürgermeister Jürgen Dölz mit Gattin Annelies. Und Karl König mit Gattin. Er, Vorgänger und Mentor des heutigen Löwenkrone-Chefs Ronny Hunsen, konnte sich darüber freuen, dass seine “Erfindung”, die Weinreise, so gelungen fortgeführt wird. Sie alle bestätigten mit herzlichem Applaus den Dank Ronny Hunsens an die Mitarbeiter der Küche mit Chef Karl Heinz Böheimund vom Service, perfekt geleitet von Barbara Sieg. Für alle, die jetzt gerne dabei gewesen wären, eine etwas traurige Nachricht: Die nächste Weinreise am 20. Mai ist schon wieder ausverkauft. Und das in Braunschweig, von dem man sagte, es sei eine Biertrinkerstadt! Heute gilt: Mal Wein, mal Bier – beides schmeckt zu seiner Zeit! Schön, dass wir wählen können!

Weinreise „Italien”
Weinreise „Italien”

16. Oktober 2015

Weinreise “Italien” Die Menschen in Braunschweig, sicher auch in seiner Umgebung, haben richtig Lust auf “Weinreisen”. So nennt Chef Ronny Hunsen seine sechsgängigen Weinmenüs im Braunschweiger Stadthallen-Restaurant “Löwenkrone”. Und - keine Frage – mit 195 Gästen war die Löwenkrone schon lange ausgebucht. Diesmal ging es zum Weingut “Zonin 1821”, einem Familienbetrieb in siebter Generation, mit Hauptsitz in Gambellara im norditalienischen Veneto. Man bewirtschaftet auf neun Weingütern in sieben italienischen Anbaugebieten die beachtliche Fläche von rund 2000 Hektar. Die italienisch geprägte Speisenfolge war Küchenchef Karl Heinz Böheim perfekt gelungen. Drei Weiß- und vier Rotweine begleiteten das Menü und harmonierten prächtig. Ihre Vorstellung übernahmen die in Verona geborene charmante Export-Assistentin Alice Lonardi und der Zonin-Vertreter für die Nordhälfte Deutschlands Jörg Bieber. Jörg Bieber - in Braunschweig geboren und aufgewachsen, jetzt aber im Dunstkreis einer westlich gelegenen Stadt wohnhaft, deren Namen der Braunschweiger nicht ohne Not auszusprechen pflegt – verriet gleich, dass man den als Aperitiv gereichten Ca' Bolani Prosecco Spumante auch im Berliner Adlon genießen kann. Mit den dazu gereichten Cressini, umwickelt mit Serrano-Schinken, fühlte man sich gleich auf edlem Niveau. Als Vorspeise kam ein Coppa – geräucherter Schweinenacken – mit köstlichem Avocado-Salat auf den Tisch, dazu eine Cuvée von Primitivo und Negroamaro aus Apulien. “Primitivo” - der Name ist für alle Probensprecher stets Anlaß aufzuklären, dass es nicht ein “Primitiv-Wein” ist, der Name vielmehr von “primo” stammt, weil er als erster reift. Zum Cremesüppchen von Zuckerschoten kam ein klarer Weißburgunder ins Glas, dessen Qualität sehr ansprechend war. Beim anschließenden Fischgang das Experiment: Klar, dass der weiße Sauvignon blanc zum Saltimbocca vom Seeteufel mit Kürbisrisotto passte, aber auch der rote Merlot? Kein Fehler, es zu versuchen. Vor dem Hauptgang bietet das Sorbet, diesmal Limoneneis mit einem Schuß Sekt, stets eine willkommene Pause. Danach dann der Höhepunkt: Ossobuco von der Kalbshaxe mit Jus, dazu Ofengemüse und Thymiankartoffeln. Geschmacklich ein Traum, begleitet von einem wunderbar harmonischen Sasseo Primitivo der Masseria Altemura aus Apulien und einem frischen Castello D'Albola, Chianti Classico, aus der Toscana. Zum Abschluß gelang hervorragend die Kombination von Tiramisu und einem lieblich-fruchtigen Moscato vom Castello del Poggio. Wie stets bei Weinreisen wurde die Küchenmannschaft mit Chef Karl Heinz Böheim hereingebeten, um zusammen mit dem vorzüglichen Service-Kräften, geleitet von Restaurant-Chefin Barbara Sieg, den begeisterten Beifall der 195 Gäste zu empfangen, dazu das verdiente Lob von Chef Ronny Hunsen. Bei Alice Lonardi, die im guten Deutsch mit leichter italienischer Färbung nicht nur Weine vorstellte, sondern auch die italienische Atmosphäre der “Weinreise Italien” prägte, dankte Hunsen mit einem Strauß weißer Chrysanthemen. Dank auch an Jörg Bieber und Erika Beckmann, die es möglich machten, dass die im Einzelhandel nicht erhältlichen Weine für die Gäste in Sechserkartons beim Getränke-Fachgroßhandel Kozlik bestellt werden konnten. Für die begeisterten Gäste noch eine kleine Geduldsprobe: Sie müssen auf die nächste Weinreise “Mallorca” mehr als ein Vierteljahr bis zum 05. Februar 2016 warten. Das nehmen sie notgedrungen auf sich, veranlaßt sie aber fast geschlossen, sich sofort für “Mallorca” anzumelden. Folge? Schon wieder ausgebucht – mit Warteliste.

Text und Fotos: Hans Ochmann

Weinreise „Süd-Italien”
Weinreise „Süd-Italien”

19. September 2014

Wie schön! Die Sommerpause ist vorbei und die Interessenten für gelungene Weinmenüs konnten sich im Braunschweigs Stadthallen-Restaurant „Löwenkrone“ wieder auf eine Weinreise begeben, diesmal mit dem Thema: „Weine aus Süditalien und von den Inseln“. „Reiseleiterin“ beim italienisch geprägten Sechsgangmenü mit acht Weinen war einmal mehr Brigitta Jünke-Bremer.

Kaum denkbar, dass in Braunschweig jemand besser für eine solche Reisebegleitung geeignet  wäre, entstammt die Reiseleiterin doch der Familie Bremer, der in der südlichen Toskana, der Maremma, ein Weingut gehört. In Querum betreibt sie das „Haus Italienischer Qualitätsweine – Harald L. Bremer“ mit bundesweitem Versandhandel und Geschäft mit Probenausschank für Braunschweig und Umgebung an einigen Wochentagen.

Als Aperitiv wurde nicht wie üblich ein Sekt, sondern ein kräftiger 2013 Vigna Flaminio Rosato (ital.: Rosé) aus der autochtonen (hier heimischen) apulischen Rebsorte Negro Amaro eingeschenkt. Mit seinen Gewürznoten war er recht beeindruckend.

Dann kam ein prachtvoller Teller auf den Tisch mit grün-weiß-rot, den Natinalfarben Italiens, – Antipasti von Mozzarellakugeln mit Tomate, Rucola und Pesto gefüllten Zucchiniröllchen und Parmaschinken. Begleiter war ein Salina Bianco aus der seltenen Rebsorte Malvasia di Lipari von der Insel Salina, einer der Liparischen oder Aeolischen Inseln nördlich von Sizilien. Anschließend hatte das leckere Rahmsüppchen von Steinpilzen in einem Karmis Vernaccia aus Sardinien einen passenden Partner.

Höchst gelungen der Fischgang „Saltimbocca vom Seeteufel auf Tagliatelle“, mit dem ein Pilosdoro Vermentino von Sardinien großartig harmonierte. Daneben war eingeschenkt ein Greco di Tufo aus Kampanien, an dem die Liebhaber einer eleganten Säure ihre beondere Freude hatten. Wie der Name aussagt, hatten die Griechen die Rebsorte mitgebracht, als sie vor vielen Jahrhunderten in Süditalien und auf Sizilien einwanderten.

Entspannend zwischen den Hauptgängen das Sorbet von Zitronen mit einem Schuß Sekt. Dann wurden zwei - von einigen Gästen schon lange erwartete - Rotweine eingeschenkt, in einem Glas ein von Fruchtsüße geprägter Primitivo Salento (Name in USA: Zinfandel) aus Apulien, samtig und elegant. Dazu immer die Erklärung, dass der Name nichts mit „primitiv“ zu tun hat, sondern wegen der frühen Reife mit „Primo“, dem Ersten. Reizvoll zu vergleichen im anderen Glas der harmonisch tanninbetonte 2011 Nero d'Avola von der Insel Sizilien. Beide begleiteten den beeindruckenden Kalbsrücken, gefüllt mit Oliven, Basilikum und Paprika, dazu Rotweinjus, Romanesco und gebratene Gnocchi.

Panna cotta, mit Früchten garniert, und ein edelsüßer 2008 La Chicca Moscato di Trani aus Apulien schlossen das Menü ab. Löwenkrone-Chef Ronny Hunsen hatte einmal mehr Anlaß unter starkem Beifall der Gäste, Brigitta Jünke-Bremer herzlich zu danken. Entsprechend Dank und Beifall auch für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Service unter Leitung von Barbara Sieg und Küche mit Küchenchef Karl-Heinz Böheim für eine wunderbar gelungene Weinreise.

Kein Wunder, dass Barbara Sieg mit dem großen Terminbuch die Runde machte und zahlreiche Anmeldungen für die nächste Weinreiseeintrug. Sie führt ins nicht so weit entfernte Anbaugebiet Saale-Unstrut am Samstag, dem 8. November. Wer interessiert ist, sollte schnell (0531) 70707-334 wählen.

Text und Fotos: Hans Ochmann

Weinreise „Rheinhessen”
Weinreise „Rheinhessen”

Sechsgänge-Menü mit einem Sekt und sieben Weinen

Gut möglich, dass noch vor einigen Jahren ein Weinfreund mit etwas Ahnung eine Weinreise nach Rheinhessen abgelehnt hätte: „Ich will doch nicht in einem See von billiger und geschmackloser Liebfrauenmilch ertrinken“. Mit Weinen dieser Art hat man über viele Jahre den Ruf des deutschen Weines international ziemlich ruiniert. Diese Zeiten sind vorbei. Viele Winzer mit hohen und höchsten Ansprüchen an ihre Weine prägen heute das Bild Rheinhessens. So war es kein Risiko, dass Ronny Hunsen vom Braunschweiger Stadthallen-Restaurant „Löwenkrone“ zu einem „Weinreise“ genannten Sechsgänge-Menü einlud, das von einem Sekt und sieben Weinen begleitet wurde. Mit rund 180 „Reisenden“ war die Löwenkrone ausgebucht. Sie erlebten mit Klaus Gallé aus Flonheim einen höchst ambitionierten Winzer, der fast bis zur Kompromisslosigkeit seine Prinzipien der Weinherstellung verfolgt. So kann es dazu kommen, dass ein Wein einen starken und sortentypischen Charakter hat, manchem aber die geschmackliche Gefälligkeit fehlt. Mit Gallés Auswahl konnte jedoch der Weinfreund, die Weinfreundin mit Interesse für den neuen Rheinhessen-Wein höchst zufrieden sein. Es begann mit einem starken Burgunder-Winzersekt als Apéritiv. Dann begleitete ein Blanc de Noir, weiß gekeltert aus 85 % Spätburgunder und 15 % Cabernet Sauvignon, mit schöner Aromatik den ersten Gang mit dreierlei Linsen-Salaten und marinierter Poulardenbrust. Erster Höhepunkt des Menüs war dann Zanderfilet mit Kräuterkruste auf gebratenem Spargel. Zum 2013 Flonheimer Bingerberg Weißer Burgunder gab es eine wunderbare geschmackliche Harmonie. Der dazu ebenfalls gereichte Sauvignon Blanc war mit Holunder- und Stachelbeerengeschmack das Richtige für die Liebhaber frischerer und leichtere Weine. Das Sorbet vom Weinbergspfirsich mit einem Schuß Sekt füllte die Pause zum nächsten Hauptgang. Bei diesem war reizvoll zu vergleichen, wie sich ein 2013 Riesling Uffhovener La Roche und daneben ein 2009 Parade-Spätburgunder derselben Lage mit dem pochierten Filet vom Jungschwein auf Graupen-Kresserisotto und glasierten Möhren „vertragen“. Beide haben da ihre eigenen Qualitäten. Die nicht einfache Weinbegleitung zum Dessert mit Variationen von Rhabarber mit Erdbeersalat wurde mit einem 2013 Animato Secco überraschend gut gelöst. Löwenkrone-Chef Ronny Hunsen dankte am Ende, begleitet vom starken Beifall der Gäste, Winzer Klaus Gallé, der Küche und dem Service für eine perfekte Weinreise. Schade, eigentlich, dass jetzt schon die Sommerpause kommt und man auf die nächste Weinreise bis zum 19. September warten muss. Doch dann geht es wieder einmal mit Brigitta Jünke-Bremer vom Haus Italienischer Qualitätsweine in Braunschweig nach Italien, diesmal nach Süditalien und die benachbarten Inseln. Leider ist diese Weinreise jetzt schon vollständig ausgebucht.

Text und Fotos: Hans Ochmann